Bahnprivatisierung (?)

11 05 2008

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Schon in den vergangenen Jahren waren die Zahlen und Zusammenhänge allgemein bekannt. Da rechneten britische Kritiker der Eisenbahnprivatisierung in ihrem Land einem vor, daß die in viele Einzelgesellschaften zerschlagene britische Bahn dem Steuerzahler heute dreimal so viel kostet wie ehedem der alte Staatsbetrieb British Rail; daß die mit Kontrolle und Überwachung des Bahnnetzes betraute staatliche Bürokratie heute sage und schreibe 25mal so groß ist wie zu der Zeit, als die Eisenbahn noch staatlich war; daß Bahnfahren in England heute so teuer ist wie sonst nirgendwo in Europa usw. usf.

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Auch in einem anderen Land des Commonwealth, Neuseeland1, wo die Privatisierung 1993 sogar noch vor Großbritannien vollzogen worden war, zog man jetzt die Notbremse. Zum 1. Juli dieses Jahres kommt die Eisenbahn in Neuseeland wieder unter staatliche Regie. Die privaten Betreiber hatten zwar innerhalb weniger Jahre den Kurs der Bahnaktie an der Börse verneunfacht und jede Menge Geld aus dem Unternehmen gezogen, aber nichts wieder hineingesteckt. Investitionen, z.B. um das Sachkapital zu erhalten oder gar zu verbessern, blieben aus. So verkam die neuseeländische Bahn zusehends, und auch die Wiederverstaatlichung des Schienennetzes 2003 konnte dem kein Einhalt gebieten.

In Deutschland, wo die Bahn laut Beschluß der Bundesregierung ab 2009 zu 24,9% privatisiert und an die Börse gebracht werden soll, scheinen die verantwortlichen Politiker noch gar nicht mitbekommen zu haben, daß der Zug mittlerweile in die andere Richtung fährt; oder sie haben, wie die Mehrzahl der Bundestagsabgeordneten bei der Abstimmung über den Lissaboner Vertrag, den Text überhaupt nicht gelesen, was zu ihrer Urteilsfindung eigentlich notwendig gewesen wäre. Oder sie sind einfach nur „belehrungsresistent“. Egal, was davon zutrifft, die unangenehme Frage läßt sich nicht mehr abweisen, wie lange wir uns derartige „Entscheidungsträger“ noch leisten können, bis das Land endgültig ein Scherbenhaufen ist.

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Zur Kenntnisnahme. Wir können die Angaben selber nicht vollständig beurteilen. Bilden Sie sich bitte selbst Ihre Meinung, Ihr Urteil ! “Drum prüfe …”

(Markierungen in Fett- bzw. Kursivschrift - wie immer - durch die Redaktion

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