Das Prinzip von Entwicklung: Dynamik, n i c h t Statistik
11 05 2008‘…
Organisationen wie der Club of Rome gehen wie selbstverständlich davon aus, Menschen und Tiere unterlägen den gleichen ökologischen Gesetzen. So gebe es Grenzen der Rohstoffe, der Tragfähigkeit der Erde und des Wachstums bei Mensch und Tier, eben jedes nach seiner Art. Doch diese Weltsicht hat die Menschheit an den Rand der Überlebensunfähigkeit gebracht.
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Dem Zusammenbruch der Finanzblasen folgen nun Nahrungsknappheit und Hungersnöte, so daß ein Glaubensgebäude von selbstverständlichen Wahrheiten untergeht, das jahrzehntelang als unfehlbar gepriesen wurde. Die Schuldigen versuchen zwar jetzt, sich nach dem Motto „haltet den Dieb“ als unwissend hinzustellen, aber auch dieser Trick ist schnell aufgedeckt:
Sie zweifeln keine Säule des neuen Kolonialismus, auch als Globalisierung getarnt, an. Der „freie“ Strom der Kapitalmärkte, jetzt durch staatliche Gelder subventioniert, und die ungebremste Spekulation mit lebensnotwendiger Energie, Rohstoffen, Nahrungsmitteln usw. bleiben unangetastet. Statt dessen müssen neue Feindbilder her, wie z.B. die angeblich neuen Eßgewohnheiten in Indien und China, die an verteuerter Milch oder dem Mangel an Getreide und Reis schuld sein sollen. Um die Zweifler zu beruhigen, verweist die Propaganda immer auf Computerhochrechnungen, die angeblich fehlerfrei das weltweite Kasino steuern und in Sekunden Milliarden Gelder bewegen - auch für Güter, die nur auf dem Papier stehen, wie die tausendfachen Mengen an „Papieröl“ oder „Papierweizen“, die bei den Zukunftsgeschäften der Terminbörsen umgesetzt werden. Sogar das Gemeinwohl soll von dieser Schattenwelt bedient werden, heißt es, und effizienter als die Regierungen arbeite „der Markt“ sowieso.
Ähnlich glaubt heute fast jedermann an die „Grenzen des Wachstums“, und Umfragen würden die verbreitete Meinung bestätigen, Rohstoffe, Wasser, Nahrung und „Lebensraum“ (im heutigen Ökodeutsch: Tragfähigkeit der Erde) seien begrenzt. Der Modebegriff Ökologie geht davon aus, der Mensch sei nur ein Lebewesen unter vielen, und sein Verhältnis zu belebter und unbelebter Natur unterscheide sich nicht grundsätzlich von der Tierwelt. Der Zeitgeist ist hier ebenso kritiklos, wie er an die „freien Kapitalmärkte“ glaubt. Will es jemand doch genauer wissen, werden ihm Antworten aufgetischt, die sich meist auf Computermodelle stützen, die die Zukunft angeblich zuverlässig vorhersagen können.
Doch jeder Fortschritt in der Menschheitsgeschichte kam nur dadurch zustande, daß derartig „selbstverständliche“, aber falsche Meinungen umgestürzt wurden. Zu den bekanntesten gehört der lange Kampf um die Deutung der Sterne und Planeten. Den vorherrschenden Aberglauben forderte bereits Aristarch von Samos (310-230 v. Chr.) unter Gefahr für sein Leben heraus, als er bewies, daß die Sonne im Zentrum unseres Planetensystems steht, während sich Planeten und Erde auf Kreisbahnen um sie drehen. Er gehörte wie Platon (428-347 v. Chr.) zu den Pythagoräern, die sich auf die menschliche Vernunft beriefen und die sichtbare Welt nicht für „bare Münze“ nahmen. Mit ihrer Hilfe spürten sie Gesetze einer guten und harmonischen Ordnung hinter den Dingen auf.
Die Oligarchie wollte dagegen den Aberglauben stärken, damit ihre Willkür nicht durch eine höhere Gesetzmäßigkeit eingeschränkt wurde. Sie förderte Gegner Platons wie Aristoteles, dem Paten unseres Zeitgeistes, der dem Menschen die Vernunft gleich ganz abstritt und nur die Sinne zur Erkenntnis zuließ. Er beschränkte den Menschen auf das Tierische in ihm, das nur Sinneseindrücke verarbeiten kann und wie ein Tier von Regenwurm zu Regenwurm oder Baum zu Baum rennt, ohne einen Grund in einer höheren Ordnung zu finden. Der Nachfolger des Aristoteles, Ptolemäus (100-160 n. Chr.), der das Weltbild bis ins Mittelalter bestimmte, stellte trotz der Erkenntnisse des Aristarch und anderer Pythagoräer die Erde in den Mittelpunkt der Welt und ließ Planeten, Sonne und Sterne auf durchsichtigen Kugeln um sie herumlaufen. Dies war nicht nur ein Rückschritt hinter Aristarch, es gelang der Oligarchie damit auch fast 1500 Jahre lang, diese Idee eines geschlossenen, ewig gleichförmigen Universums zu verteidigen, um damit auch eine statische, fixe Gesellschaftsordnung zu sichern, in der statt der Vernunft das Dogma brutal herrschte. So konnte eine kleine Elite unangefochten regieren und das Denken kontrollieren, während etwa 80% der Menschen ähnlich dem Vieh leben mußten.
Doch was hat das mit dem Thema zu tun? Hinter diesem langen Streit stehen zwei Hypothesen: Die Pythagoräer wie Platon erkannten eine andauernde Schöpfung im Universum, deren Schöpfer und Komponist Gott sei. Seine Vernunft erlaubte es dem Menschen einzigartig, durch die Veränderungen in der Schöpfung Gesetze zu erkennen und sich zunutze zu machen, um zu überleben. Hierbei spielen die dynamischen Veränderungen in der Welt eine herausragende Rolle, wie der Aphorismus des antiken Heraklit (544-483) schon andeutet: „Nichts ist beständig außer der Bewegung“. Dagegen vertraten Aristoteles und seine Anhänger die Auffassung, das Universum sei eine Art geschlossenes Ding oder Gefäß, in dem Gesetze ewig und unveränderlich ablaufen, wie z.B. bei Maschinen. Man ging von einer statischen, unveränderlichen Welt aus. Der Mensch könne diese Gesetze zufällig beobachten und - entsprechend Isaac Newtons späterer Aussage: „Ich arbeite nicht mit Hypothesen“ - nur aus der Erfahrung der Sinne Schlüsse ziehen. Dem Menschen bliebe demnach nur, die „Fußspuren“ zu registrieren, statistisch zu berechnen oder mit Computern in die Zukunft zu projizieren. Aber den „Fuß“, der die Spuren erzeugt, oder die Ursachen zu erkennen, dazu fehle ihm jegliche Möglichkeit.
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Was hat der Mensch der Biosphäre voraus?
Müssen Anhänger von Malthus und der Entropie nicht entsetzt sein, daß die Menschheit die Fähigkeit, Arbeit zu leisten, die erstmals mit dem Leben auf der Erde auftrat, noch drastisch verstärkte? Die freie Energie, die durch Technologien des Menschen freigesetzt wird, übersteigt die der Biosphäre. Bisher konnte die Menschheit mehr Energie für ihre Reproduktion bereitstellen, als sie verbraucht. Warum erlitt sie nicht das gleiche Schicksal wie viele Zell- und Tiergattungen, die an den „ökologischen Grenzen“ ihrer Gattung scheiterten? Gibt es keine natürlichen Grenzen für die Menschheit?
Durch seine Kreativität entdeckte der Mensch bislang immer wieder neue Naturgesetze, die es ihm ermöglichten, Rohstoffe effizienter zu erschließen. Die Rohstoffbasis ist für den Menschen also nicht „natürlich“ gegeben, wie heute jedermann glaubt, sondern sie hängt von seiner Kultur ab. Denn soll eine wissenschaftliche Entdeckung allgemein zu einer neuen Rohstoffbasis führen, müssen immer mehr Menschen ihre schöpferischen Fähigkeiten entwickeln. Das ist es, was die Oligarchie zu Gönnern von Quacksalbern wie Aristoteles, Malthus oder Al Gore macht: Sie fürchtet zu Recht ihren Untergang, wenn eine humanistische Renaissance die Rolle aller Individuen aufwertet, wie es unsere humanistischen Vorfahren erreichten.
Die Grafik von Abbildung 4 (siehe Link oben, d. Red.) zeigt sowohl das Bevölkerungswachstum als auch die Zunahme des Kalorienverbrauchs pro Kopf über 1 Mio. Jahre. Wenn auch lokale und zeitliche Einbrüche hier nicht beachtet werden, treffen wir wieder auf eine geometrische Kurve. Weil die Erfindungskraft des Menschen nicht bei den Steinwerkzeugen stehen blieb, sondern sich von verbesserten Jagdmethoden über die Landwirtschaft zur Entdeckung von Kohle und Öl zur Kernspaltung und Kernfusion gegen die „ewig Gestrigen“ durchkämpfte, stehen wir heute z.B. vor der großartigen Aufgabe, den Weltraum zu besiedeln.
Ist es aber ein Zufall, wie es unsere Zeitgenossen sehen, ob wir die richtige Auswahl an wissenschaftlichen Revolutionen treffen, die einen Kollaps der Menschheit wie nach dem Untergang des Römischen Reiches o. ä. verhindert?
Wie erfüllen wir den Auftrag der Evolution?
Lyndon LaRouche trug hierzu neue Maßstäbe für den willentlichen Fortschritt bei, mit dem wir die gerichtete Zunahme freier Energie erreichen, die wir in der Evolution finden:
Erstens, das „relative Potential der Bevölkerungsdichte“:
Da den Affen von vielen heute geradezu menschliche Qualitäten nachgesagt werden, sollen Schätzungen erwähnt werden, wonach die Populationsdichte für Gorillas 1/km² (entspricht etwa 700.000 Tieren) oder für Schimpansen 4/km² (entspricht etwa 1 Mio. Tieren) beträgt. Wie verhält sich die menschliche Bevölkerungsdichte dazu?
Die erste Stufe der Menschheit, die Jäger und Sammler, konnten unter idealen Bedingungen maximal einen Menschen pro km² ernähren, so daß auf der Erde höchstens einige zehn Mio. Menschen existieren konnten. Der Übergang zur Viehzucht, der Weidewirtschaft der Nomaden, erhöhte die Bevölkerungsdichte auf 8 Menschen pro km². Der Ackerbau in primitiver Form brachte eine Erhöhung auf rund 20 Menschen pro km². Die moderne Landwirtschaft und Industrialisierung erlauben es mehreren hundert Menschen pro km², zu leben. Das „relative Bevölkerungsdichtepotential“ der Erde steigt damit auf einige zehn Milliarden. Kennen wir irgendeine Tiergattung, die ihr Bevölkerungspotential um drei Größenordnungen d.h. das Tausendfache steigern konnte?
Die Steigerung der freien Energie durch die schöpferischen Kräfte des Menschen wird noch deutlicher durch eine zweite wichtige Beobachtung Lyndon LaRouches, nämlich der Energieflußdichte, der Energieeinheit pro Fläche.
Im Alltag kennen wir viele solche Beispiele, wie z.B. das stumpfe oder scharfe Messer: Die gleiche Kraft der Schneidens wird beim scharfen Messer auf eine kleinere Fläche konzentriert.
Abbildung 5 (siehe Link oben, d. Red.) zeigt die sprunghafte Zunahme von Watt/m² verschiedener technologischer Revolutionen.
Abbildung 6 (siehe Link oben, d. Red.) zeigt die drastische Steigerung der Temperatur, wenn man Licht im Laser konzentriert.
Durch das das Verständnis der Energieflußdichte konnte LaRouche den Grund für die gerichtete Aufwärtsentwicklung offenlegen: Immer weniger Menschen können mit weniger Aufwand mehr schöpferischen Individuen das Leben ermöglichen. Klingt das fantastisch oder wie ein Widerspruch?
Tatsächlich verbraucht die Erzeugung von 1.000 MW Energieleistung 6.000 t Kohle pro Tag, aber nur 80 kg Uran pro Tag! Welche Ersparnis bringt also die Kernenergie, bedenkt man den Aufwand an Bergwerken und Transport, diese Abermillionen Tonnen Kohle zu Strom zu verarbeiten? Dazu kommen noch die vielen Toten der Grubenunglücke. Experten sagen, daß z.B. Chinas Eisenbahnen zur Hälfte mit Kohletransporten blockiert seien und jährlich Hunderte Bergleute umkämen.
Warum müssen 75.000mal weniger Lasten für die gleiche Energieleistung von 1.000 MW bewegt werden, wenn man statt Kohle Uran benutzt? Die Energieflußdichte fossiler Energie wie der Kohle liegt bei 10 Tausend Watt/m², die der Kernspaltung bei 10 Millionen Watt/m². In etwa 30-40 Jahren erreichen wir Energieflußdichten von Milliarden Watt/m², wenn wir in der Kernfusion Wasseratome verschmelzen können wie in der Sonne. Dann wird Wasser unser Hauptenergieträger werden. Daraus entspringen wieder neue Generationen von Technologien, wie es die Vergangenheit zeigt.
„Aber Kalorien sind doch Kalorien“, ruft entrüstet der Anhänger der Entropie. „Wie kann die gleiche Anzahl von Kalorien mal mehr und mal weniger Arbeit verrichten?“
Hier rächt sich wieder der gedankenlose Glaube an die Statistik, die die Fußspur nicht vom Fuß unterscheiden kann. Welche Arbeit Kalorien leisten können, bestimmt z.B. die Energieflußdichte, denn Energie ist ein Effekt, eine Wirkung, keine Ursache. Ohne diese Erkenntnis verfallen wir heute dem Irrtum, von höherer Energieflußdichte zu niedrigerer zu wechseln, wie von Kernenergie zur Windkraft und Sonnenenergie, oder von Benzin oder Diesel zu Bioethanol.
Vor den verheerenden Folgen, das relative Bevölkerungspotential durch eine solche Ideologie zu senken, hat LaRouche seit langem gewarnt. Jetzt malen uns die explodierenden Energiekosten und wachsenden Hungersnöte die warnende Schrift an die Wand. Welche Katastrophen warten auf uns in den nächsten 30 oder 50 Jahren, wenn wir weiter dem Irrglauben der Entropie anhängen?
Das Wort Ökologie selbst beinhaltet schon den menschenfeindlichen Kern, an dessen Folgen wir leiden. Er leugnet nicht zufällig den qualitativen Unterschied zwischen Biosphäre und Mensch, denn er wurde 1866 von E.H. Häckel eingeführt, um die Einheit zwischen Mensch und Tier zu bezeichnen. Häckel setzte sich für Menschenzucht und Euthanasie ein und sah sie als Kern einer neuen Naturreligion an. Hier werden die Vertierung der Menschen und der Kulturpessimismus zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung: Jede Gesellschaftsstufe zehrt ihre Rohstoffe auf, wenn ihre Grenzen nicht durch Forscherdrang und Kulturoptimismus überwunden werden.
Unsere eigene Existenz als Gattung von 6 Mrd. Menschen beweist die physische Kraft der Kreativität. Nikolaus von Kues, einer der Gründer der Renaissance im 15. Jahrhundert, holte das pythagoräische Denken zurück in die Wissenschaft. Er sah die Quelle der Wissenschaft in der Seele, ohne die es keine Wissenschaft gäbe. Da aber die Seele des Menschen ewige Gesetze der Natur durch Wissenschaft hervorbringe, verewige sie sich selbst. Den Grund der lebendigen Schöpfung könnten wir nicht mit den Sinnen fassen, aber die Vernunft könne ihn im Geschaffenen aufspüren und so selbst dienend an der Schöpfung mitwirken. Mit diesem Denken bestätigte Johannes Kepler im 16. Jahrhundert die Entdeckungen von Aristarch und fand Gesetze einer harmonischen Ordnung des Kosmos.
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Zur Kenntnisnahme. Wir können die Angaben selber nicht vollständig beurteilen. Bilden Sie sich bitte selbst Ihre Meinung, Ihr Urteil ! “Drum prüfe …”
(Markierungen in Fett- bzw. Kursivschrift - wie immer - durch die Redaktion
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