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Benedikt XVI. insistiert darauf, dass der christliche Glaube kein blinder Glaube, kein “Fanatismus”, sondern sehender Glaube ist und dass ein Christ mit dem Apostel Paulus sagen kann: “Ich weiß, wem ich geglaubt habe.” (2 Tit 1,12).
Das gilt auch und gerade für die Trinitätslehre, die von Moslems gern als Beispiel von Irrationalismus bezeichnet wird. Die Neuscholastik hat das Verhältnis von Monotheismus und Trinitätslehre wie das Verhältnis von zwei Stockwerken interpretiert. Die Existenz eines einzigen, allmächtigen und allgütigen Gottes ist der natürlichen Vernunft zugänglich, die Dreifaltigkeit Gottes ist ein geoffenbartes Mysterium.
Tatsächlich führt aber der Glaube an den einen Gott fast unvermeidlich ins Irrationale, wenn er nicht durch das geoffenbarte Mysterium aufgeklärt wird. Schon der Gedanke Gottes als einer einzigen Person ist problematisch, weil wir Personalität überhaupt erst im Zusammenhang mit der Trinitätslehre zu denken begonnen haben.
Außerdem können wir den Gedanken einer einzigen Person gar nicht denken. Unser Personbegriff impliziert die Beziehung zu anderen Personen. Wenn Gott eine einzige Person wäre, dann müsste er eine Welt mit anderen Personen erschaffen, um seiner Einsamkeit zu entgehen und sich als Person überhaupt erst zu konstituieren. Gott könnte nicht in seinem Wesen Liebe sein, solange er kein personales Gegenüber hat.
Die Differenz von Natur bzw. Wesen und Person, die in der Trinitätslehre ebenso wie in der Christologie erstmals gedacht wurde, ist im Übrigen der Kern unseres nachantiken Personverständnisses. Und es ist noch nicht ausgemacht, ob in einer Gesellschaft, die diesen Ursprung vergessen hat, die Sache selbst überdauern wird.
Zu Ihrer Kenntnisnahme. Wir können die hier geäusserten interessanten Thesen selber nicht vollständig beurteilen. Trotzdem meinen wir man sollte sie kennen.
Bilden Sie sich aber bitte selbst Ihre Meinung, Ihr Urteil ! “Drum prüfe …”
(Markierungen in Fett- und/oder Kursivschrift – wie immer – durch die Redaktion)


