Link: StZ 22.7.08: Barack Obama: Mit Charisma allein ist kein Staat zu machen
Link: StZ 24.7.08: Berlin ist berauscht – Die Droge heisst Obama
Link: Kommentar zur Obama-Rede in Berlin
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Viel beunruhigender ist, daß die deutschen Massen anscheinend nichts aus der Geschichte gelernt haben, und bei bombastisch aufgezogenen Massenversammlungen offensichtlich eine fatale Neigung haben, in Manien zu verfallen. Dabei scheint es egal zu sein, ob es Hitler in Nürnberg, Gorby auf Deutschlandreise, der Dalai Lama oder eben jetzt das Soufflé Obama ist. Und auch wenn das Verhalten der „Fans” auf der Fan-Meile, die diesmal nicht für die „Love-Parade” oder die Fußball-Weltmeisterschaft gekommen waren, sondern für den Popstar Obama, auf den ersten Blick harmloser aussieht, so ist die Verführbarkeit der deutschen Massen schon bedenklich.
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Obwohl Hillary Clinton mit 18 Millionen Stimmen mehr Unterstützung bei den Vorwahlen erhielt, als jemals ein Kandidat zuvor, und obwohl sie in allen Staaten gewann, die für den Sieg gegen McCain im November wichtig sein werden und sie in den letzten Vorwahlen Erdrutsch-Ergebnisse zu ihren Gunsten erzielte, erzeugten die Medien den Eindruck, als liege Obama vorn. Der Zweck war einzig und allein, Obama künstlich aufzubauen, um die Kampagne von Hillary zu sabotieren. Daß Obama der nächste Präsident wird, heißt das noch lange nicht.
Denn was den verführten Teenagern auf der Fan-Meile an der Siegessäule offensichtlich nicht bekannt ist: Viele frühere Obama-Unterstützer in den USA fühlen sich an der Nase herumgeführt, afroamerikanische regionale Parteivorstände werden von seinem Apparat durch Establishment-Apparatschiks ersetzt, und in seinem Wahlkampf-Team ist keine einzige schwarze Person. Statt dessen sind eine ganze Reihe von Organisationen wie Pilze aus dem Boden geschossen, die einen offenen Parteitag, die Nominierung von Hillary Clinton und eine Kampfabstimmung fordern.
In Berlin verteilten Unterstützer einer dieser Organisationen, PUMA genannt, Flugblätter, die einen solchen offenen Parteitag forderten. Die Sicherheitskräfte Obamas nahmen diese Flugbätter nicht nur den PUMA-Aktivisten weg, sondern auch allen Zuhörern, die durch die Absperrung gingen, und ein einziges Flugblatt in den Händen hielten. Soviel für den vielzitierten „change”.
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Obama hat bisher weder in den USA noch in Berlin, noch sonst irgendwo irgend etwas zu der sich dramatisch zuspitzenden Kernschmelze des Finanzsystems gesagt, auch nicht nach der faktischen Insolvenz der gigantischen Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fanny Mae, deren Siechtum nur durch unbegrenzte Liquiditätsspritzen der Fed verlängert wird. Obama, der sein Defizit an Wissen über die komplexe strategische Lage auch in einem Crash-Kurs von einer Woche nicht hat ausbügeln können, wird auf die Systemkrise auch in den nächsten Wochen voraussichtlich keine Antwort wissen. Wenn Obamas Wahlkampfstrategen keinen offenen Parteitag zulassen, dann sicherlich nicht deshalb, weil sie sich so sicher sind, daß Obama auch gewinnt. Und selbst wenn er nominiert würde, hieße dies angesichts der eskalierenden Systemkrise noch gar nichts.
Die Ereignisse der nächsten Wochen und Monate werden beweisen, daß das Image vom neuen Kennedy oder King eine Mogelpackung ist - oder eben ein Soufflé, das bei der ersten Berührung mit der rauhen Außenwelt in sich zusammenfällt. Man kann nur hoffen, daß die deutschen Fans lernfähig sind, und ihre, wie Spiegel-Online schrieb, „fast schon religiöse Verehrung für einen vermeintlichen Heilsbringer” einem besseren politischen Durchblick weicht.
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Meinung der Redaktion
* Obama = O-Bla-bla – nur die tumben Deutschen der kindischen “Weltstadt” Berlin merken es nicht – oder schlechter noch – nie.
(s. Link oben)
* Obama ist d e r Hauptgrund um Hillary Clinton zur demokratischen Präsidentschaftskandidatin zu nominieren
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