wiwo.de 22.05.09: Reihe: Denkfabrik: Vaclav Klaus, Die Kraft der Vulgarisierung

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Bedroht die globale Krise das Fundament der Marktwirtschaft? Eine Streitschrift gegen das wachsende Heer der Neo-Keynesianer und Staatsgläubigen von Václav Klaus.

Der Kapitalismus überlebt

Damit kommen wir dem Sozialismus wieder näher. Der Markt wird nicht mehr als autonomes System betrachtet, sondern als ein Instrument – in Händen Auserwählter – zur Herstellung ökonomischer Güter. In diese Richtung gehen etwa Forderungen wie „die Wirtschaft muss den Menschen dienen“ oder nach einem „Finanzsystem im Dienste der Menschheit“. Selbst die Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaft, Joseph Stiglitz und Paul Krugman, argumentieren in diese Richtung.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob der Kapitalismus eine solche radikale Veränderung überlebt. Den Markt gibt es, oder es gibt ihn nicht. Der Markt ist kein Instrument, wie es die Zentralplaner glauben. Sie wollten den Markt nutzen – aber der Markt lässt sich nicht nutzen, weil er das Ergebnis einer freiwilligen menschlichen Aktivität ist, bei der Menschen – in ihrem ureigensten Interesse – anderen etwas anbieten, was sie besser als jene können, wo sie also über einen komparativen Vorteil verfügen. Das Angebot von Waren und Dienstleistungen entsteht als Ergebnis eines funktionierenden Marktes. Die Produktion besteht nicht neben dem Markt, sie ist der Markt. Die heutige Krise hat nicht der Markt verursacht, sondern Eingriffe des Staates in den Markt. Deshalb können auch keine künftigen Krisen durch weitere staatliche Eingriffe ausgeschlossen werden.

Die vorrangige Aufgabe unserer Zeit ist es, den Keynesianismus der zweiten Generation nicht zuzulassen. Die Dreißigerjahre dürfen sich nicht wiederholen. Wir müssen staatliche Eingriffe in die Märkte einschränken, anstatt sie zu erweitern. Allerdings weiß ich nicht, wie sich das in der Praxis erreichen lässt. In den heutigen europäischen Postdemokratien zumindest dürfte das ziemlich schwierig werden. Die Stimme des Bürgers ist hier außerordentlich schwach – und sie wird von Tag zu Tag schwächer. Hingegen steigt in Europa die Macht nicht gewählter Bürokraten, denen der Markt ohnehin seit jeher ein Dorn im Auge ist.

…‘

Zu Ihrer Kenntnisnahme. Wir können die hier geäusserten Thesen,
Nachrichten, Informationen, Behauptungen selber natürlich nicht vollständig beurteilen. Trotzdem meinen wir man muss sie kennen.
Bilden Sie sich aber bitte selbst Ihre Meinung, Ihr Urteil ! “Drum prüfe …”

(Markierungen in Fett- und/oder Kursivschrift – wie immer – durch die Redaktion)

swa

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