spiegel-online.de 13.07.09: WEB-COMMUNITIES: Das Internet als Klassengesellschaft

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MySpace für Doofe, Facebook für Akademiker, Xing fürs Geschäft? Die Web-Communities von heute sind längst keine klassenlosen Räume mehr, in denen alle auf Augenhöhe kommunizieren. Die Netzgesellschaft differenziert sich rasant aus – bis hin zum persönlichen Suchmaschinenmarketing.

„Die höheren Kasten der High School sind zu Facebook umgezogen. Das war zivilisierter, und weniger kitschig. Die niedrigeren Klassen waren üblicherweise zufrieden, bei MySpace zu bleiben.“

Kaste? Klasse? Im Internet?

Die zitierten Sätze stammen von einem 17-Jährigen aus Kalifornien. Aufgezeichnet hat sie die Ethnographin Danah Boyd, eine Forscherin, die sich seit Jahren mit den sozialen Auswirkungen digitaler Vernetzung befasst. Bemerkenswert sind sie nicht nur wegen der Begrifflichkeit, die aus dem 19. Jahrhundert zu stammen scheint. Sondern auch wegen der zentralen These, die Boyd in zahlreichen Gesprächen mit anderen US-Teenagern bestätigt fand: „MySpace ist inzwischen mehr so eine Art Ghetto“, zitiert die Forscherin eine 14-Jährige.

Die Social Networks in den USA, glaubt Boyd, sind nicht die Gemeinschaft stiftenden Orte des Dialogs, für die sie mancher hält: „Das Internet ist der öffentliche Raum der nächsten Generation. Unglücklicherweise bringt es auch die gesellschaftlichen Spaltungen der nächsten Generation mit sich.“ MySpace entwickle sich mehr und mehr zum Netzwerk der Unterprivilegierten, während Facebook die akademisch gebildete, überwiegend weiße Mittel- und Oberschicht der USA anspreche.

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