StZ 25.08.09: Wo wäre denn unsereiner zu Hause ?

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Literatur Nach 64 Jahren besucht ein Autor erstmals jene Stadt, aus der die Eltern einst mit ihm fliehen mussten: Eindrücke von einer deutsch-tschechischen Lesung in Brünn. Von Rainer Wochele
Im Cannstatter Kurpark, nicht weit von unserer Wohnung, steht ein Denkmal, das an die 1950 in Stuttgart verabschiedete Charta der Vertriebenen erinnert: Vier Frauen, den Blick spähend nach Osten gerichtet, Kinder auf dem Rücken, dicht beieinander ausschreitend, die Mäntel wie Keile in der vorandrängenden Bewegung. Bin jetzt, aus Brünn zurück, zu dem Denkmal gegangen. Hab den auf den Sockel gemeißelten Text gelesen. „Wir haben unsere Heimat verloren“, heißt es da. Heimatlose seien Fremdlinge auf dieser Erde. Gott habe die Menschen in ihre Heimat hineingestellt. „Den Menschen mit Zwang von seiner Heimat zu trennen, bedeutet, ihn im Geiste zu töten“.

Selbst wenn solches Pathos der damaligen Zeit geschuldet sein mag, solch moralischer Hochton, der sich auf keinen Geringeren als auf den Herrgott beruft, wirkt auf mich völlig unangemessen. Bin ich nun ein im Geiste Getöteter? Und wo wäre ich denn wirklich zu Hause? Ich, ein mährischer, ein schwäbischer Schriftsteller? In Stuttgart, in Brünn? Eine türkische Mutter mit Kopftuch und langem Gewand geht nahebei im Kurpark vorbei. Ihre beiden Kinder laufen herbei, betrachten das Mahnmal der Vertriebenen. „Was ist das“, fragt der Bub.

…‘
swa
Anmerkung der Redaktion
Politisch äusserst korrekter Artikel – wie bei der StZ (vor allem in Wahlkampfzeiten) natürlich nicht anders zu erwarten !!! Heimat hat (halt) da (und nur da) zu sein, wo es einem gut geht – und nur das zählt !!!

Vielleicht könnte der Autor sich – nach über 6o Jahren in Stuttgart – unter Umständen aber auch ein wenig dazu d u r c h r i n g e n sich – selbstverständlich  unter vielem anderen – einen deutschen Schriftsteller zu nennen ?

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