Finanzkrise, Wirtschaft, Deutschland, Europa, USA: Gretchenfrage für Kanzlerin Merkel: Wie hält sie es mit der Kasino-Wirtschaft ?

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Seit nunmehr 31 Monaten eskaliert die Systemkrise, enorme industrielle Kapazitäten sind zerstört, enorme Beträge an Steuergeldern wurden zur „Rettung“ der Banken bzw. des Giftmülls in dieses System gepumpt, und trotzdem wächst die Liste der Staaten, die vor der Pleite stehen, sowie der Banken, bei denen sie verschuldet sind.

Wenn die Kasinowirtschaft zu Lasten der Bevölkerung nicht sehr bald durch die Einführung des Glass-Steagall-Standards und der Ablösung des monetären Systems durch ein Kreditsystem beendet wird, dann werden die Streiks und Unruhen, die wir jetzt in Griechenland sehen, sich bald überall auf der Welt ausbreiten. Wir stehen vor einem Absturz der Zivilisation.

Die „Ökonomen“, die von den Globalisierungsmedien zitiert werden, tun das ihre, diesen Prozeß noch zu beschleunigen. So schlug Professor Un-Sinn vom IFO-Institut nun der griechischen Regierung vor, die Euro-Zone freiwillig zu verlassen, weil ein Verbleiben Griechenlands den Euro destabilisiere. Das Land solle sich dann an den IWF wenden (der berüchtigt ist für seine drakonischen Konditionalitäten). Was ist von der Kompetenz dieses Vorschlags oder des Professors zu halten? Nichts. Denn außer Griechenland sind auch noch Spanien, Portugal, Irland, Italien innerhalb der Euro-Zone und eine ganze Reihe von Staaten außerhalb pleite – und noch sehr viel mehr, allen voran Großbritannien und die USA. Das Einprügeln auf die Griechen soll nur den Blick dafür vernebeln, daß die für Griechenland geforderte brutale Sparpolitik für alle im Giftschrank der Regierungen bereitsteht.

Der Interbankmarkt ist nicht deshalb zum Erliegen gekommen, weil der Staat Lehman Brothers nicht gerettet hat. Durch die Insolvenz von Lehman Brothers und AIG – jetzt Gegenstand von Anhörungen im US-Kongreß – ist der Zustand, der schon seit dem Ausbruch der Krise Ende Juli 2007 (nicht September 2008!) offenbar geworden war, ins Rampenlicht gekommen, daß nämlich alle Banken auf mindestens dreistelligen Billionenbeträgen von unverkäuflichem Giftmüll saßen und keiner dem anderen traute, weil sie alle Insolvenz hätten anmelden müssen, wenn sie das Ausmaß des eigenen Giftmülls zugegeben hätten. Und weil jeder das über den anderen wußte, kam das Interbankgeschäft zum Erliegen.

Vielleicht liegen diese grottenschlechten Prognosen daran, daß er eigentlich gar kein Wirtschaftswissenschaftler ist, sondern als Philosoph Anhänger der Mandevilleschen These, daß das private Laster letztlich zum öffentlichen Wohl beiträgt. Jedenfalls äußerte er am 18.5.2009 gegenüber Profil, daß der Trieb des Menschen, reich werden zu wollen, die Triebkraft der wirtschaftlichen Entwicklung sei. Es gehe nur darum, diese Triebkraft richtig zu kanalisieren.

Könnte ihn nicht ein freundlicher Mitmensch darauf hinweisen, daß die Menschen keine Schweine sind, die nur zum Trog wollen, und daß die Triebkraft der wirtschaftlichen Entwicklung die kreative Fähigkeit des Menschen ist, immer wieder neue adäquate Hypothesen über die Gesetze des Universums zu machen? Und daß es die Anwendung dieses wissenschaftlichen Fortschritts in der Form neuer Technologien im Produktionsprozeß ist, die die Produktivität anhebt, was wiederum zu einem Anstieg des Lebensstandards führt, der, wenn er richtig kanalisiert wird, u.a. zu mehr Bildung, d.h. mehr Kreativität in der Bevölkerung, mehr wissenschaftlichem Fortschritt führt, usw. usf.

Diese Triebkraft der menschlichen Kreativität hat natürlich nichtlineare Effekte in der Wirtschaft. Aber so geht der Professor nicht vor, er projiziert die statistischen „Muster früherer Jahrzehnte“ auf die Zukunft. Oder noch schlimmer, er verteilt jeden Monat Fragebögen an Unternehmen u.a. des Verarbeitenden Gewerbes und des Baugewerbes, des Groß- und Einzelhandels mit der Aufforderung, daß diese Firmen dann ihre wirtschaftlichen Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitteilen. Aus diesem kollektiven Kaffeesatzlesen erstellt er dann den sogenannten IFO-Geschäftsklimaindex. Etwas Unwissenschaftlicheres kann man sich kaum vorstellen.

Schiller schreibt in seiner Schrift: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? u.a. über den Brotgelehrten: „Seinen ganzen Fleiß wird er nach den Forderungen einrichten, die von dem künftigen Herren seines Schicksals an ihn gemacht werden, …..

Es ist vielleicht nicht fair, nur auf dem armen Professor Un-Sinn herumzuhacken, denn viele seiner Kollegen haben ähnliche Probleme. Aber die Sache, um die es geht, ist zu ernst. Wenn kein Trennbankensystem eingeführt wird, und die immer noch gigantischen Mengen an Giftmüll entsorgt werden, dann kommt es unweigerlich zur Hyperinflation. Und die allgemeine Geldentwertung der Renten, Spareinlagen und Löhne der normalen Bevölkerung wird unsere Demokratie gewiß nicht überleben. Ihr Zustand ist bereits schlecht genug.

Wir brauchen in Deutschland eine öffentliche Debatte um den Glass-Steagall Act. Frau Merkel ist gefordert.

…‘

Zur Kenntnisnahme und intensiver Prüfung.
Wir können die Argumente selber nicht vollständig beurteilen. Bilden Sie sich bitte selbst Ihre Meinung, Ihr Urteil ! “Drum prüfe …”

(Markierungen in Fett- bzw. Kursivschrift – wie immer – durch die Redaktion)(Anm. der Redaktion)

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