Gesundheit, Europa: Neue Methoden der „Patientenentsorgung“ im britischen Gesundheitssystem

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Link siehe dazu auch

Link: Führende Mediziner schlagen Alarm: menschenverachtende Zustände im britischen Gesundheitswesen

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Ebenfalls wurde jetzt bekannt, daß der NHS in London ein „Experiment“ mit Notfallpatienten durchführt. Danach erhalten Rettungsfirmen Geld, wenn sie die Patienten nicht ins Krankenhaus bringen, sondern diese zu telefonischer Beratung weiterleiten. Bei Anrufen auf der Notfallnummer sollen bestimmte Anrufe gleich in eine niedrigere Dringlichkeitskategorie eingestuft und an automatische „Beratung“ weitergeleitet werden. Allein in der letzten Woche starb deswegen mindestens ein Mann in London. Der Berater erkannte lebensbedrohliche Situation des Patienten zu spät. Britische Krankenhäuser haben den Auftrag, jeden Patienten innerhalb von vier Stunden nach Ankunft zu behandeln. Reduziert man die Anzahl derer, die überhaupt das Krankenhaus erreichen, läßt sich diese Vorgabe natürlich eher „einhalten“, und zwar, ohne mehr Ärzte oder Personal einzustellen.

Der Londoner Rettungsdienst soll laut Presseberichten 850.000 Pfund mit der Bonusregelung verdient haben, während sich  Rettungsdienste in anderen Teilen des Landes geweigert haben, dabei mitzumachen. Die Besatzungen von Rettungswagen wehrten sich, weil sie zu Recht sagten, das sei für die Patienten viel zu gefährlich. Die Bedürfnisse des Patienten müssten vor den Finanzforderungen der Krankenhaustrusts stehen. Ursprünglich sollte das Schema schon diese Woche auf nationaler Ebene eingeführt werden; nun wurde es um einen Monat verschoben.

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Zur Kenntnisnahme und intensiver Prüfung.
Wir können die Argumente selber nicht vollständig beurteilen. Bilden Sie sich bitte selbst Ihre Meinung, Ihr Urteil ! “Drum prüfe …”

(Markierungen in Fett- bzw. Kursivschrift – wie immer – durch die Redaktion)(Anm. der Redaktion)

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Ein Gedanke zu “Gesundheit, Europa: Neue Methoden der „Patientenentsorgung“ im britischen Gesundheitssystem

  1. Die Berichterstattung ist entsprechend meinem Kenntnisstand völlig richtig.
    Sinn macht dieses fragwürdige Bonussystem aus der Sicht der Krankenhäuser natürlich deshalb, weil es in sehr vielen Fällen den Krankenhäusern gar nicht möglich ist die „4-Stunden Regel“ einzuhalten. Das wiederum führt dazu, dass Patienten Evaluierung im Schnellverfahren stattfindet. Das hilft oft den Patienten nicht, verhindert vielleicht aber das Schlimmste und die 4-Stundel Regel wurde eingehalten.
    Aus genau diesem Grund haben Ärzte und Pflege in der Vergangenheit schon häufiger versucht diese 4-Stunden Regel wieder zu kippen.

    Die Call-Center Regelung ist im NHS übrigens fest verankert und hat sich durchaus bewährt. Bei Anruf der nationalen Notfallnummer 999 meldet sich meist eine für diese Tätigkeit besonders geschulte Krankenschwester oder Pfleger, also kein Ansagedienst. Diese Beratung hat mehrstufige Möglichekeiten, sie kann Verhaltensregeln zur besserung geben, einen Rettungswagen, schicken, einen Arzt Hausbesuch veranlassen, den Patienten auffordern sich in ein Notfallzentrum zu begeben oder den Anruf eines Arztes veranlassen. Ähnliche Pilotprojekte gibt es inzwischen auch in Deutschland.

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