Deutschland, Europa, Bildung, Kultur: Den Schock der kommenden Wochen nutzen, um die Katastrophe zu verhindern

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von Helga Zepp-LaRouche

Die folgende Rede hielt die Bundesvorsitzende der Bürgerrechtsbewegung Helga Zepp-LaRouche beim Berliner Internetforum der BüSo am 30. Juni.

Die Bedeutung der klassischen Kultur

Warum ist die klassische Kultur so wichtig? Weil sie das betont das, was den Menschen von allen anderen Lebewesen unterscheidet, daß wir nämlich kreative Individuen sind, die kognitive Fähigkeiten haben, die wirklich kein anderes Lebewesen hat.

Ein Familienesel oder ein Hund kann große Intelligenz erringen, also gerade, was die Manipulation seiner Besitzer angeht, haben die enorme Fähigkeiten [Lachen.] Aber wirkliche Intelligenz, oder wirkliche Kreativität hat nur der Mensch. Der Mensch alleine ist in der Lage, etwas zu denken, was niemals vorher gedacht worden ist. Er kann sich vorher adäquate Hypothesen machen über die Gesetze des Universums, er kann die Gesetze des Universums nutzen, um bessere Qualität für die Menschen zu erreichen.

Und wenn wir erst wirklich aus diesem Jammertal der gegenwärtigen Krise herausgekommen sind und tatsächlich wieder die Raumfahrt als eines der großen Projekte der Menschheit betreiben – wir sind doch nur am Anfang der Menschheitsgeschichte! Wir haben gerade mal so daran gekratzt, was es heißen kann, kreativ zu sein.

Wenn wir jetzt hingehen und allen Kindern das als Erziehungssystem anbieten würden, was Wilhelm von Humboldt, inspiriert durch Friedrich Schiller, geschaffen hat, und was heute von der LaRouche-Jugendbewegung gemacht wird: Wir hätten unbegrenzte Freiheitsgrade, was die Schöpfung von Genien angeht.

Und ein Genie ist ja nicht etwas, was mysteriös ist, sondern Wilhelm von Humboldt hat gesagt, im Grunde ist es das Bild von Friedrich Schiller, daß jeder Mensch eine Schöne Seele werden kann. Eine Schöne Seele ist ein Mensch, der leidenschaftlich seine Pflicht tut, der die Freiheit in der Notwendigkeit findet. Und Schiller sagt, der einzige Mensch, der eine Schöne Seele ist, ist das Genie, weil das Genie der einzige ist, der die Gesetze auf gesetzmäßige Weise erweitert.

Genauso, wie Nikolaus von Kues schon im 15. Jahrhundert gesagt hat: Wenn jeder Mensch sich voll ausbildet auf den Wissensstand seiner Zeit, dann repliziert er in seinem Geist die gesamte Evolution der Menschheitsgeschichte bis zu diesem Zeitpunkt, und wenn er das tut, dann kann er auch den notwendigen nächsten Schritt bestimmen, wo die nächste Entdeckung gemacht werden muß.

Die Welt ist wunderbar, das Universum ist von großer Schönheit! Das hat Kepler entdeckt, als er sich mit den Sternenbahnen auseinandergesetzt hat, und er hat gesagt, je mehr man von den Gesetzen des Universums versteht, desto mehr erkennt man, daß der Schöpfer eine sehr große Liebe für die Menschheit und das Universum gehabt haben muß. Kepler hat fast gebetet, als er das beschrieben hat, und ich glaube, jeder große Wissenschaftler, jeder große Künstler, der sich mit den großen Werken der klassischen Kunst beschäftigt, wird das gleiche Gefühl haben, daß es in der Tat eine Gesetzmäßigkeit gibt, die ganz wunderbar ist – solange wir uns da nicht in totalen Widerspruch dazu stellen.

Und ich glaube, die klassische Kunst ist deshalb so wichtig, weil – die Menschen sind in einem schlechten Zustand, aber sie sind nicht schlecht. Die Menschen sind nur gebeutelt durch ihre schlechte Umwelt, durch schlechte Konditionen, schlechte Kultur, aber ich glaube, das nur eine ganz kleine Zahl von Menschen wirklich böse ist  Die Masse der Menschen würde gut sein wollen, wenn man ihnen die Gelegenheit dazu gibt.

Und es ist die Aufgabe des Staates und der Gesellschaft, ein Klima zu schaffen, das die Menschen diesen inneren Götterfunken, den wir alle in uns haben, der unser Menschenleben zu einem erfüllten Leben macht – daß wir unsere eigene Kreativität entdecken und in den Dienst zukünftiger Generationen stellen können, und darin unsere Identität finden, eine solche Renaissance zu befördern, wo die Menschen eben nicht mehr – wie bei „Deutschland sucht den Superstar“, wo dann Tausende junger Leute sich die Stimme ruinieren, weil sie versuchen, irgendwelche schrecklichen, mißtönigen Lieder zu lernen, wobei oft oder meistens nichts herauskommt, oder alle versuchen, auszusehen wie Heidi Klum, und im Grunde Werte haben, die den Ellbogen fördern, aber nicht den Geist, weil natürlich nur einer gewinnen kann, und die anderen müssen irgendwie alle weggeboxt werden.

Ich stelle mir eine Gesellschaft vor, wo jeder Mensch sich auf den anderen bezieht, wie ein Vater auf sein Kind, oder eine Mutter auf ihre Kinder; d.h, wo sie sich freuen, wenn die anderen sich entwickeln, daß man sich freut, wenn der andere Durchbrüche macht, wenn er geistig wächst, wenn er plötzlich Kunst erschließt, ob es jetzt ist, Gedichte zu schreiben, oder schön singen zu lernen; wo im Grunde die Menschlichkeit hervorkommt.

Und ich glaube, wir werden aus dieser Krise nur herauskommen, wenn wir mit dieser unglaublichen Erschütterung, in der wir im Augenblick drin sind, nicht nur ein vernünftiges Wirtschafts- und Finanzsystem entwickeln, sondern wirklich die große Tradition der europäischen Kulturen lebendig machen, und daraus etwas neues machen für die Zukunft.

…‘

Zur Kenntnisnahme und intensiver Prüfung.
Wir können die Argumente selber nicht vollständig beurteilen. Bilden Sie sich bitte selbst Ihre Meinung, Ihr Urteil ! “Drum prüfe …”

(Markierungen in Fett- bzw. Kursivschrift – wie immer – durch die Redaktion)
(Anm. der Redaktion)

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