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Die Kreativwirtschaft zählt zu den umsatzstärksten Branchen in Baden-Württemberg. Mit rund 50 Milliarden Euro liegt sie auf Platz drei der bedeutendsten Industrien – knapp hinter dem traditionell starken Maschinenbau. Über die Kreativwirtschaft in Stuttgart – und in der Welt – spricht Dr. Georg Flachbart von der Stuttgarter Kreativschmiede mind(21)factory.
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Interview:
Die Kreativwirtschaft ist in aller Munde, jede Wirtschaftsförderung hat sie als wichtige Zielgruppe anerkannt – Warum plötzlich diese Bedeutung?
Flachbart: Das 21. Jahrhundert steht im Zeichen des Immateriellen. Wissen wird zur strategischen Ressource, wie früher Kapital und Gold. Technologischer Vorsprung allein reicht nicht mehr, um sich in der Weltwirtschaft zu behaupten. Was heute zählt, ist das Zusammentreffen von technologischen Innovationen und kreativen Menschen: High-Tech meets High-Mind. Dieser wachsende Einfluss von Kreativität in allen Bereichen der heutigen Gesellschaft zwingt uns, Wirtschaft neu zu denken.
Inwiefern?
Flachbart: Dank der transformativen Kraft der Informations- und Kommunikationstechnologie kann jeder Mensch von nun an als Global Player agieren, wie es 2005 Tom Friedman in seinem Bestseller „The World Is Flat“ zur Überraschung aller Big Boys feststellte. Globalisierung 3.0 hat er dieses Phänomen benannt. In dieser Phase der Globalisierung ist es nicht mehr High-Tech, die der westlichen Welt den wirtschaftlichen Vorsprung und dadurch Wohlstand auf Dauer garantieren kann, sondern High-Concept – das heißt Ideen, viele gute Ideen. Großartig, verblüffend, revolutionär, weil einfach. Wie der iPod oder das iPhone. Und solche Ideen müssen möglichst schnell und effizient, das heißt industriell produziert werden, denn die Konkurrenz schläft nicht.
Was können Städte für die Kreativwirtschaft tun?
Flachbart: Was Städte brauchen, um im War for Talents auf der Siegerseite zu stehen, sind neue sozio-räumliche Konfigurationen, die technologische Infrastruktur, wirtschaftliche Organisation, soziale Beziehungen und räumliche Strukturen miteinander eng verknüpfen und dadurch barrierefrei machen wie das Web. Es ist im Prinzip eine ähnliche sozio-räumliche Konfiguration wie ein Künstleratelier oder ein Loft: nicht Hierarchie, sondern Heterarchie herrscht hier als Ordnungskraft, eigentlich Un-Ordnungskraft, die alle Kreativen so sehr lieben und oft mit Absicht inszenieren. Mir schweben großdimensionierte Räume vor, in denen der Benutzer sich sein eigenes Aktionsumfeld selbst zusammenstellen kann – wie ein Bühnenbild im Theater, allerdings mit Hilfe von 3D-Komponenten. Virtuelle Realität ist längst unser treuer Begleiter. Und ihr Anteil an unserem Leben wird immer größer, insbesondere wenn der Rohölpreis so hoch bleibt wie eben in diesen Tagen.
Sie sind gerade dabei, ein entsprechendes Konzept für einen Stadtteil in Graz – die Annenstraße – mit zu entwickeln. Was passiert dort?
Flachbart: Unter dem Namen „City Upgrade – the High-spirited Networked City“ planen wir dort ein Upgrade – die Bestückung der alten Hardware, sprich der bestehenden Gebäude, mit neuer Software, neuen Funktionen also. Das Herzstück ist ein Raummodul, das keine spezifische Raumnutzung vorschreibt. Wir nennen es ein „Mixed-Reality-Environment der Beyond-the-Desktop-Era“.
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Zu Ihrer Kenntnisnahme. Wir können die hier geäusserten interessanten, zum Teil sehr brisanten Angaben, Behauptungen selber nicht vollständig beurteilen. Trotzdem meinen wir man sollte sie kennen. Bilden Sie sich aber bitte selbst Ihre Meinung, Ihr Urteil ! “Drum prüfe …”
(Markierungen in Fett- und/oder Kursivschrift - wie immer - durch die Redaktion)
Inhaltliche Anmerkung der Redaktion:
Jetzt braucht man offensichtlich (z.B. als überqualifizierter (schauderhafter Begriff !) Arbeitsloser / Arbeitssuchender) für Existenzgründung nur noch “Wissen” - und wenig bis gar kein Kapital und Geld (”Gold”) mehr. Es ist also nicht mehr weit bis zum Schlaraffenland und Wunsch-Chaos (Heterarchie !) - der Globalisierungs-Ideologen. Wer’s glaubt wird selig.
Abgesehen davon, dass es trotz hochfliegender Pläne (s.o.) besser ist auf dem Teppich zu bleiben und seine Ideen z.B. in verständlichem Deutsch zu formulieren.
Vielleicht wäre aber ein ähnliches, aber vernünftigeres, sinnvolleres Konzept für das Flugfeld denkbar - um die Kreativen aller Berufe, Fachbereiche, Branchen h i e r, wenigstens temporär (Stichwort: Online-/Offline-Campus, Ideenpark), aber regelmässig - zu dringenden Themen (Energie, Finanzen, Nahrungsmittel, Mobilität .. etc.) zu versammeln - um Lösungen zu skizzieren ?
swa
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